CCRC

In Kenia treibt die Armut immer wieder Kinder auf die Strasse, insbesondere Knaben. Diese haben die Hoffnung, dort ein paar Batzen zu verdienen. In vielen Fällen endet die Reise der Glücksuchenden in der Hauptstadt Nairobi. Doch dort müssen sie erfahren, dass niemand auf sie gewartet hat und dass das grosse Geld wohl immer eine Illusion bleibt. Der einzige Weg zu überleben erweist sich für viele Neuankömmlinge in Gangs, wo Kriminalität und Drogen leider häufig zum Alltag gehören. Genau solchen Jungs bietet das Christ Compassion Rehabilitation Center, kurz CCRC, ein Zuhause. Da können sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen und erhalten dank Betreuung, einer geordneten Alltagsstruktur und Bildung die Chance auf eine bessere Zukunft.

Aktuelles:

Geplant ist der Bau neuer Steingebäude mit Anschluss ans Strom- und Wassernetz, als Ersatz für die alten Wellblechhütten. Dadurch wird die Lebensqualität erhöht und die Kapazität für mehr Kinder erweitert. Wir sind noch auf der Suche nach Stiftungen und Spendern, die uns in diesem Projekt unterstützen.

Informationen

Ort: Joska, Machakos County

Klima und Lage: Das CCRC liegt eine knappe Autostunde östlich von Nairobi, ein wenig ausserhalb der Vororte. Das Klima ist sehr trocken und die Temperaturen sind tagsüber hoch. Noch vor ein paar Jahren lag das Waisenhaus mitten in der Steppe, weshalb auch heute noch dürres Gras und Dornbüsche das Landschaftsbild prägen. Allerdings ziehen immer mehr Menschen aus der Grossstadt Nairobi in die Gegend rund ums CCRC, so dass nächtliche Besuche von Hyänen nicht mehr alltäglich sind.

Anzahl: Ca. 25 Knaben, 5-20 Jahre alt

Schule: Die Jungs im Primarschulalter besuchen die St. Francis Schule direkt neben dem Waisenhaus, die Sekundarschüler besuchen die GOA Highschool.

Pamela Achieng, Managerin

Im CCRC leben und arbeiten zwei Angestellte:

Pamela Achieng, die seit 2006 im CCRC arbeitet und ursprünglich zum Kochen und als Betreuungsperson angestellt wurde, ist seit dem Jahr 2013 die Leiterin des Waisenhauses. Nach wie vor ist sie aber in erster Linie eine Erziehungsperson und Mutter für die Kinder. Sie hat ein Diplom in Home Based Care und Pastoral Care. Pamela hat fünf eigene Kinder.

Ein weiterer Mitarbeiter ist fürs Kochen, die Gartenarbeiten und verschiedene handwerkliche Tätigkeiten zuständig.

Die Geschichte des CCRC nahm im Jahr 2005 seinen Anfang. Ein kleines Haus in Kayole, einem Stadtteil von Nairobi, diente als Unterkunft für die ersten Strassenjungs. Doch schon bald war das Haus zu klein, und kein Jahr später konnte das heutige Grundstück in Joska, etwas ausserhalb von Nairobi, erworben werden. Noch war das Rehabilitationszentrum für Strassenkinder notdürftig eingerichtet. Betten gab es keine und auch die Türen fehlten. Die nahegelegene Schule verweigerte den Kindern den Zugang, da ein negativer Einfluss der Strassenkinder befürchtet wurde. Auch der Ziehbrunnen wurde erst im Jahr 2008 gegraben, so dass das Wasser mühsam aus einiger Entfernung hergeschleppt werden musste. All diese Widrigkeiten hinderten das CCRC jedoch nicht daran, schon bald 50 Kinder zu zählen, darunter auch einige Mädchen. Denn das Bedürfnis eines solchen Rehabilitationszentrums für Kinder, welche auf den Strassen von Nairobi an Drogen und Gewalt zu Grunde gehen, war gross und ist es noch heute. Im Jahr 2012 zogen die Mädchen vom CCRC ins Mädchenwaisenhaus Rehema, weil GOA über die Jahre hinweg die Erfahrung gemacht hat, dass es besser ist, eines der Waisenhäuser als Rehabilitationszentrum nur für Strassenjungen zu führen.

Patenschaften haben massgeblich dazu beigetragen, dass viele Kinder ein neues Leben beginnen konnten. Diese Chance wollen wir den Kindern weiterhin ermöglichen!

Erfahre mehr über unsere Patenschaften.

Die meisten Jungs im CCRC haben bereits eine Patin oder einen Paten aus der Schweiz oder den USA.

Statements

Die Kinder im CCRC wachsen einem schnell ans Herz, und Pamela, die Managerin, sorgt dafür, dass man sich wie zu Hause fühlt. Speziell ist bei diesem Waisenhaus aber vor allem der Lebensstil. Ohne fliessendes Wasser – man zieht es 42 Meter aus einem Ziehbrunnen herauf – und ohne Strom zu leben ist ganz anders, als wir es in der Schweiz gewohnt sind. Durch diese Umstände fühlt man sich aber sehr verbunden mit den Kindern und kann nachvollziehen, wie sich ihr Alltag anfühlt. Dies führt auch zu besonderen Erlebnissen wie zum Beispiel einem Fellowship-Abend im Dunkeln, an dem Pamela beim Licht der Petrollampe aus der Bibel liest, oder einem wunderbaren Sternenhimmel ohne jegliche Ablenkung durch eine Lampe.

– Julia, Volontärin

Eindrücke

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