Projekttage in der Sekundarschule und in Tumaini Geschrieben April 12, 2013 von Rebekka Siegwart

0

Ein Artikel von Tabea Siegwart

DSC_0386  Strickworkshop

Da das Fach „Life skills“ in der Sekundarschule oft ausfiel, entschieden wir uns während dem Aufenthalt in Tumaini einen ganztägigen Workshop zu diesem Fach anzubieten und den Mädchen das Stricken beizubringen. In der Schweiz hatten wir bereits Wolle und Stricknadeln gesammelt, damit für die 40 Mädchen genug Material vorhanden war. Sie konnten auswählen, ob sie einen Schal, eine Mütze oder Pulswärmer stricken wollten und die meisten von ihnen entschieden sich für einen Schal. Viele von ihnen konnten bereits stricken und legten los sobald sie Nadeln und Wolle hatten, den anderen wurde es kurz erklärt und schon bald versuchten auch sie sich darin, ein Kunstwerk anzufertigen. Auch am Nachmittag wurde fleissig weitergestrickt, und auch in den folgenden Tagen sah man immer wieder strickende Mädchen, sodass bereits am zweiten Tag fertige Produkte zu sehen waren.

DSC_0495Safari mit der ersten Klasse der High-School

Da die High-School Schüler alle Prüfungen hinter sich hatten, jedoch noch auf die Resultate warten mussten, wollten wir mit der ersten Klasse am Dienstag eine Studienreise machen. Geplant war den Aberdare Nationalpark zu besuchen, doch infolge Überschwemmungen war dieser nicht zugänglich und wir entschieden uns darum, Crescent Island am Lake Naivasha zu besuchen. Mit 30 Minuten Verspätung (was für kenianische Verhältnisse immer noch pünktlich ist) verliessen wir um 8:30 Uhr das Tumaini Areal mit dem Bus bei strahlendem Sonnenschein. Etwa zwei Stunden später trafen wir im Lake Naivasha Resort ein, stiegen aus dem Bus und jeder fasste sich eine Schwimmweste; um zur Insel zu gelangen mussten wir nämlich den See mit Motorbooten überqueren. Zwischen Nilpferden und Pelikanen hindurch, tuckerten wir langsam über das Wasser und erreichten schliesslich die Halbinsel. Dort wartete bereits ein Guide auf uns, um uns durch die Wildnis zu führen und uns die Tiere zu zeigen. Er erklärte uns, dass alle Tiere dieser Insel für den Film „Out of Africa“ dort angesiedelt wurden und nun immer noch dort leben. Während der 1 ½ stündigen Tour konnten wir Zebras, Giraffen, Antilopen, Gazellen, Büffel und Gnus aus nächster Nähe betrachten und erfuhren einiges über deren Leben. Danach kehrten wir wieder zum Ausgangspunkt zurück und genossen unseren aus einem Süssgetränk und einem ganzen Toastbrot bestehenden Picknick, welches die Kenianer ohne Probleme aufassen. Unterdessen waren bereits dunkle Wolken aufgezogen und der tägliche Nachmittagsregen kündigte sich an. Glücklicherweise erreichten wir alle das andere Ufer bevor der Regen richtig losging und brachten uns im Bus in Sicherheit. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stopp in einem Café und genossen einen Chai-Tee und ein Ndazi (ein fritiertes Süssgebäck) bevor wir nach Hause zurückkehrten.

IMG_2592Spätzli kochen

Zum Ferienstart wollten wir den über 100 Kindern von Tumaini ein schweizerisches Festessen zubereiten. Wir hatten ein Spätzlisieb von Zuhause mitgebracht und wollten  Spätzli und Fleisch mit Sosse zubereiten. Schon die Beschaffung der Zutaten war allerdings eine Herausforderung. Am Tag vorher bestellten wir 50 Eier in einem Laden im nächsten grösseren Dorf, welche der Boda boda (Töff) Fahrer dann abholen und uns bringen sollte. Diese wurden jedoch nicht geliefert, und er konnte nur noch 30 Eier im nähergelegenen Dorf auftreiben. So mussten wir uns mit dieser Menge an die Arbeit machen. In zwei grossen Schüsseln rührten wir den Teig an und nachdem wir ihn ruhen gelassen hatten, zeigten wir den neugierigen Kindern wie man den Teig durch das Sieb streicht. Trotz der wenigen Eier funktionierte es gut (die Spätzli waren zwar schon etwas matschiger und weniger geschmackvoll als sonst, aber das merkten natürlich nur wir Schweizer).  Abwechslungsweise durften die Kinder nun den Teig durch das Sieb streichen und dann die Spätzli wieder aus dem Wasser fischen. Mehr als zwei Stunden lang dauerte es, bis der ganze Teig verarbeitet war, aber bis am Schluss hatten wir motivierte Helfer dabei. Das Schaffleisch wurde gebraten und dann Schweizer Bratensauce hinzugefügt. So entstand ein tolles Festessen, welches die Kinder so richtig geniessen konnten.

Wir hoffen, dass in Zukunft weitere solche Projekte in der Sekundarschule, in Tumaini und in allen anderen Waisenhäusern durchgeführt werden können und danken euch für eure Mithilfe.

Kommentar schreiben