SCHULBERICHT 2: Der Start einer Slumschule Geschrieben Juli 12, 2013 von Rebekka Siegwart

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Hallo liebe Freunde

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Dass das Eröffnen einer Schule immer einige Schwierigkeiten mit sich bringt, ist ja bekannt. Das Starten einer Schule in einem Slum in Nairobi jedoch ist fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch, Ezekiel Aseka  und seiner Frau Concepta Otwani ist es wie durch ein Wunder gelungen und heute betreiben sie im drittgrössten Slum in Ostafrika, dem Mathare-Slum, die GOA Mathare School – einen Kindergarten und eine Unterstufe. Der Schulleiter Ezekiel ist selbst im Slum grossgeworden und kennt die Verhältnisse, aus der die Kinder in dieser Gegend kommen. Umso mehr liegt es ihm am Herzen, der nachfolgenden Generation ein gutes Ausbildungsfundament zu schenken.

Heute möchte ich euch einige Einblicke geben in die Arbeit dieses kenianischen Ehepaars und euch die Hürden aufzeigen, welche gemeistert werden mussten, um die GOA Mathare School zu gründen:

Platz:

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Im Mathare Slum, welcher fast eine Million Menschen beherrbergt, vermietet praktisch niemand eine Wohnung, geschweige denn ein Haus. Einen Ort zu finden, an welchem eine Schule eingerichtet werden kann, ist deshalb unglaublich schwierig. Zudem ist alles nur aus Wellblech gebaut, da jeder, der mehr besitzt als Wellblech, sehr schnell zum Opfer von Raubüberfällen wird. Dazu kommt, dass diese einfachen Wellblechhütten viel zu klein und zu eng aufeinander sind, um sie als Schulräumlichkeiten nutzen zu können.

Lehrpersonen:

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Wer in Mathare aufgewachsen ist, setzt in den meisten Fällen alles daran, von dort wegziehen zu können, besonders diejenigen, die eine Ausbildung machen konnten.  Wer noch nie in Mathare gewohnt oder gearbeitet hat, für den ist es unvorstellbar und überhaupt keine Alternative, im Mathare-Slum zu arbeiten, da es dort viel gefährlicher ist als in den anderen Gebieten in Kenia. Woher also qualifizierte Lehrpersonen nehmen, welche bereit sind, in einer solchen Umgebung und für wenig Lohn zu arbeiten?

Kostendeckung:

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Die Eltern der Kinder, welche eine Slumschule besuchen, sind meist so arm, dass sie das Schulgeld für die Kinder kaum begleichen können; die meisten sind alleinerziehend, haben viele Kinder und sind ständig auf der Suche nach Gelegenheitsarbeiten. Da die Kinder jeden Tag in der Schule essen und auch die Lehrerlöhne und Raummieten jeden Monat bezahlt werden müssen, kann es schon einmal vorkommen, dass das bezahlte Geld der Eltern nicht ausreicht und man als Schulleiter selbst Geld drauflegen muss, damit die Schule weiter bestehen kann.

Hygiene:

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In Mathare teilen sich hunderte von Leuten eine einzige öffentliche Toilette – nicht gerade der ideale Ort, um eine Schule zu bauen. Es gibt keine Wiese und keinen Platz um mit den Kindern draussen zu spielen, Zugang zu sauberem Wasser ist entweder nicht gewährleistet oder kostenpflichtig.

Diese wenigen Beispiele zeigen auf, was für ein Wunder und was für ein Geschenk des Himmels die GOA Mathare School doch ist, die trotz all dieser Hürden  nun seit fast zwei Jahren existiert und schon über 50 Kinder zählt. Diese Bilder hier zeigen, wie glücklich die Kinder sind, dass sie hier zur Schule gehen und etwas lernen dürfen. Ohne die GOA Mathare-Schule hätten all diese Kinder keine Chance, eine Ausbildung zu machen.

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Wir sind sehr dankbar für die Arbeit, die Ezekiel, seine Frau und seine Mitarbeiter in Mitten des Elends leisten und wünschen Ihnen auch für ihre weitere Arbeit viel Bewahrung, Segen und Kraft. Natürlich möchten auch wir als GOA Schweiz versuchen, einen Beitrag an diese bewundernswerte Arbeit zu leisten. Eine Möglichkeit ist die Klickaktion, die nächste Woche starten wird. Mehr dazu wird bald hier auf der Website zu lesen sein.

Herzlich,

eure Rebekka

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