Zu Besuch in Beat the Drum Geschrieben Mai 2, 2013 von Rebekka Siegwart

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Liebe Freunde

Entschuldigt, dass unser Blog einige Tage brach lag, wir hatten Schwierigkeiten mit dem Internet, aber das hat sich nun wieder gelegt.

Letzte Woche wurde ich zu einem Jugendseminar in Nordkenia eingeladen, wo ich zu Jugendlichen aus der ganzen Region sprechen sollte. Anschliessend an das Seminar wurde ein Nachtprogramm veranstaltet, wo um die 1000 Jugendlichen die ganze Nacht in einer unserer Gemeinderäumlichkeiten verbrachten und gemeinsam sangen, tanzten, und austauschten. Filme wurden gezeigt, welche den Jugendlichen in unterschiedlicher Weise in ihren Leben weiterhelfen können und es gab Zeit um verschiedenen Jugendlichen zuzuhören, wie sie aus ihrem Leben erzählten. Das ermutigende und spannende Programm dauerte bis morgens um 6 Uhr an, und kurz darauf machte ich mich auf den Weg ins Waisenhaus Beat the Drum, wo ich erwartet wurde.

So kam ich morgens um 10 Uhr ziemlich müde in Beat the Drum an. D_DSC0129ie Müdigkeit war jedoch augenblicklich verschwunden als mir die Kinder mit strahlenden Gesichtern entgegenrannten. Als ich sie fragte, was ihr Tagesprogramm sei, meinten alle einstimmig: Mit dir spielen! Und das wurde dann auch ausgiebig gemacht. Nachdem einige Indoor-spiele gespielt wurden, welche Leute aus der Schweiz uns mitgegeben hatten, organisierten wir ein Fussballspiel – Mädchen gegen Jungs. Schon lange nicht mehr habe ich mich so verausgabt wie an jenem Nachmittag. Nach dem Fussballspiel folgten Stafetten, Wettbewerbe und Gruppenspiele der verschiedensten Art, und als dann der Regen kam, gingen die Aktivitäten in den Räumlichkeiten von Beat the Drum weiter. Mit mitgebrachtem Papier und Stiften waren die Kinder fast zwei Stunden beschäftigt, Zeichnungen und Briefe für ihre Paten zu gestalten, welche ich dann wieder mit in die Schweiz bringen werde. Nach dem Abendessen durften die Kinder einen Film auf meinem Laptop schauen, und wir bereiteten sogar Popcorn über dem Feuer zu. Auch die nächsten Tage waren mit ähnlichen Programmen gefüllt.

Wir sind dankbar, dass alle Kinder gesund und munter sind. Auch Michael, welcher letztes Jahr fast täglich einen Besuch beim Doktor machen musste, um eine Spritze zu erhalten, ist auf dem Weg zur Besserung. Er ist einfach noch sehr dünn und wird schnell müde, aber es geht bergauf.

Im Bereich der Selbstversorgung ist Beat the Drum eines der führenden Waisenhäusern. In den letzten Monaten konnte das Waisenhaus auf diesem Weg über 500 Franken selber  einnehmen, welche auf ein Konto geladen wurden – für Notfälle und unvorhergesehene Engpässe.

_DSC0193Dass die Kinder in Beat the Drum oft mit Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen haben, ist mit ihrer Vergangenheit einfach zu erklären. Aufgrund ihrer Krankheit (alle Kinder in Beat the Drum sind HIV+) wurden viele von ihnen schon in jüngsten Jahren stigmatisiert, und niemand wollte mit ihnen assoziiert werden. Everlyne beispielsweise, ein Mädchen von nun ca. 5 Jahren, wurde von ihrer Grossmutter aufgezogen, da die Eltern früh verstarben. Als sie erfuhr, dass das Baby HIV+ ist, bekam sie Angst, da sich eine Bekannte von ihr, welche auch ein positives Enkelkind aufzog, angesteckt hatte. Da sie nicht Bescheid wusste, was die Krankheit genau bedeutet und wie gross die Ansteckungsgefahr ist, beschloss sie, das Kind lieber auszusetzen, damit nicht noch andere Familienmitglieder das gleiche Schicksal erleiden müssen. So kam Eva ins Waisenhaus Beat the Drum. In den ersten drei Jahren kam niemand ihrer Verwandten, um sie zu besuchen, niemand wollte etwas mit ihr zu tun haben. Im letzten Dezember kam die Grossmutter nun zum ersten Mal vorbei und war erstaunt, wie gut es ihrem Enkelkind geht. Aufgrund solcher Geschichten liegt es uns besonders am Herzen, diesen Kindern unsere Liebe zu zeigen.   Die Kinder beten in ihrer täglichen Andachtszeit immer für euch alle und grüssen euch herzlich.

Nun bin ich unterwegs ins Waisenhaus Rehema. Schon bald werde ich euch berichten können, was dort dank der Klickaktion an Fortschritt geschehen durfte.

Herzlich grüsste euch,

Rebekka

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