50 Tage Nahrung für 50 Familien in Nordkenia Geschrieben Februar 1, 2014 von Rebekka Siegwart

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Liebe Freunde

Ich bin wieder gut zuhause angekommen und versuche mich hier im kalten Wetter nach vier monatiger Wärme wieder anzuklimatisieren. Danke für all euren guten Reisewünsche und die vielen Willkommensgrüsse. Ich freue mich, vielen von euch in den nächsten Tagen und Wochen zu begegnen. Meldet euch doch, falls ihr Interesse an einem Treffen habt.

Während hier der Winter so richtig hereinbricht, ist in Kenia das Gegenteil der Fall. Am Tag vor meinem Abflug wurde in Kenia aufgrund einer Hitzeperiode der Hungernotsstand für Nordkenia ausgerufen. Das ganze Horn von Afrika (Somalien, Äthiopien und Kenia) ist von der Hungersnot betroffen, und die Medien berichten, es sei die bedrohendste Dürre in den letzten 60 Jahren.

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Die schlimmste Dürre in 60 Jahren am Horn von Afrika

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Das Wasser versiegt auch in unserem Nomadenprojekt in Nordkenia

Bereits plant die Regierung gemeinsam mit Hilfswerken, wie geholfen werden kann, und auch als GOA Schweiz möchten wir unseren Beitrag leisten, auch wenn es im Vergleich zum Ausmass der Katastrophe nicht viel sein wird. Einer der fünf Einsatzbereiche von GOA heisst Konflikt- und Krisenhilfe und steht für unsere Hilfe in Notsituationen wie dieser.

David, der Leiter von GOA, hat sich am Montag mit einem Team von 7 Mitarbeitern auf den Weg nach Nordkenia (Turkana, Lodwar) gemacht, wo sie am Mittwoch nach 36 Stunden Fahrt, Hitze, Pannen und holprigen Sandstrassen endlich angekommen sind. Ziel der Reise ist es, unsere Projekte in jener Gegend zu besuchen, zu ermutigen und so gut wie möglich zu unterstützen, sowie auch der breiten Bevölkerung von Nutzen zu sein. Sie haben bereits mehr 50 Familien identifiziert, die ganz dringend direkte Hilfe benötigen.

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Der Besuch des Teams aus Nairobi bringt einen Hoffnungsschimmer in die schwierige Situation der Nordkenianer

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Pannenbehebung auf dem Weg nach Nordkenia

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Nahrungsmittel zum Verteilen bereit

Als GOA Schweiz möchten wir im Februar diesen 50 Familien in Turkana, Nordkenia, genügend Wasser und Lebensmittel für die nächsten 50 Tage beschaffen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund CHF 5000 und wir hoffen, dass wir den Betrag gemeinsam zusammenbringen dürfen (Bei spezifischen Spenden für Turkana bitte Vermerk: Dürre in Nordkenia).

Auch wenn dies nicht allen helfen wird, so hat mich die folgende Geschichte doch dazu bewegt, unseren Teil an Verantwortung wahrzunehmen. Danke für deine Anteilnahme und Unterstützung.

Rebekka

Die Klage der Quelle

Eine grosse Dürre war über das ganze Land gekommen. Zuerst vertrocknete das Gras. Dann gingen die Büsche und Sträucher ein. Kein Regen kam, und auch der Morgen brachte keinen erfrischenden Tau. In grosser Zahl waren die Tiere verdurstet. Nur wenige hatten die Kraft, aus der Wüste zu fliehen.

Die Trockenheit nahm kein Ende. Sogar die grössten und stärksten Bäume, die tief im Erdreich verwurzelt waren, verloren ihre Blätter. Allen Quellen und Brunnen ging das Wasser aus und die Flüsse vertrockneten.

Wie durch ein Wunder war eine einzige Blume am Leben geblieben; eine winzige Quelle spendete ihr noch einige Tropfen Wasser. Aber die kleine Quelle war verzweifelt. „Alles vertrocknet um mich herum. Ich kann daran nichts mehr ändern. Wozu soll ich noch ein paar Tropfen aus der Erde holen?“

In der Nähe stand ein alter, kahler Baum. Er hatte die Klage der Quelle gehört und sagte zu ihr:“Keiner erwartet von dir, dass du die ganze Wüste vor dem Verdursten rettest. Deine Aufgabe ist es, dieser einen kleinen Blume das Leben zu erhalten. Mehr nicht.“

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In Turkana leben über eine Million Menschen unter schwierigsten Bedingungen

Aus Afrika

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