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EIN TAG MIT BILHA

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Ein Tag mit Bilha, die eine Ausbidung zur Kosmetikerin macht

Ein Beitrag von Gerti Kaserer Wolters, Volontärin GOA Schweiz

Spontan werde ich am Abend von Bilha, einer Freundin hier, angefragt ob ich für eine praktische Übungslektion in Pedicure und Manicure mitkommen würde. Um 8:00 geht es zu Fuss los. Einmal links, dann rechts abbiegen, gerade aus zwischen offenen Verkaufsständen, kleinen Supermärkten, Ziegen, Schafen, schlafenden Hunden auf der Strasse, dann wieder links, rechts... Spätestens jetzt habe ich keine Chance mehr den Weg zurück zu finden und so ist es gut begleitet zu werden.

Nach etwa 20 Minuten erreichen wir die Schule, an welcher Bilha ihre Ausbildung macht. Hinter dem Tor werden wir von einer Empfangsdame begrüsst und Bilha trägt sich mit Datum und Uhrzeit und mich als Gast im Gästebuch ein. Dann geht es hinauf ins vierte Stockwerk, vorbei an der Mensa, PC Klassen, einer Reception und weiteren Klassen. Angekommen in einem schlicht ausgestatteten Raum macht sich Bilha an die Arbeit, ihre Produkte und Utensilien vorzubereiten. Jede Auszubildende hat ihre selbst gekauften Produkte, die von der Lehrerin empfohlen wurden. Als Kunde hat man die Möglichkeit, das eigene Instrumentenset zu bringen wie beispielsweise eigenen Nagellack oder Pflegeprodukte. Dessie-nail-mademoiselle-french-manicureas Lehrprogramm heute: Kundengespräche, Preisverhandlungen, Produkte Beratung, neue Termine abmachen und umsetzen des Gelernten von Pedicure und Manicure. Während ich mein Desinfektions-Fussbad und Sprudelbad geniesse, kommen auch die anderen drei Lehrlingstöchter sowie die Lehrerin an. Es wird aneinander geübt oder man bringt jemanden mit. Während bei mir mit der Pflege weitergefahren wird (inklusive Hand- und Fussmassage, das ist das volle Programm) hören die anderen aufmerksam zu, wie Susanne, die Lehrerin, auf ganz sanfte Weise korrigiert, einen Handgriff zeigt, da und dort auf die Theorie hinweist. Ich bin die erste Weisse, an welcher man üben darf. Das ist für die Lehrlingstöchter sehr ungewohnt, aber schon bald wird gelacht und erzählt. Nachdem ich verwöhnt wurde und die Abschlussberatung erhalten habe, ist das künstliche Haare einflechten an der Reihe. Zu viert flechten wir Zöpfe, sogar ich darf mithelfen sobald Bilha das natürliche Haar mit dem künstlichen verknüpft hat. Ich staune über die Schnelligkeit, erfahre dass es ca. vier Stunden Sitzen heisst und1011 dass es die ersten drei Tage schmerzhaft ist. Dafür hat man für einen Monat eine tolle Frisur.

Die Zeit verfliegt und so staune ich nicht schlecht, dass es nach getaner Arbeit in den Fitnessraum geht, wo sofort an verschieden Geräten trainiert wird, um Haltungsschäden vorzubeugen.

Während all unseren Gesprächen kommt immer wieder zum Ausdruck, wie wichtig es für Jugendliche hier ist, eine Ausbildung zu machen. Nur brauchen sie oft jemanden, der ihnen diese Möglichkeit gibt. Bilha hat sie durch GOA und ist voll motiviert, ihren Kindertraum wahr werden zu lassen. Dass sie eine Begabung für ihren Beruf hat, durfte ich selbst erfahren. So freute ich mich, ihr auf dem Heimweg ganz praktisch mit einem Kauf von Kosmetika zu helfen, dass sie weiter üben kann in ihrer 9-monatigen Ausbildung. Zurück bleibt ein unvergessliches Erlebnis und ein grosses Asante Sana (Dankeschön), denn die Unterstützung von Bilha hat mich bereits mit wunderschön gepflegten und lackierten Nägeln beschenkt!

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