Bitte lächeln!

KINDERHEIM EINMAL ANDERS

Liebe Freunde, heute schildert euch Volontärin Tanja von ihren Eindrücken und Erlebnissen, welche sie während ihrem Besuch im Mädchenheim Rehema gewonnen hat. Viel Spass beim Lesen!
Tanja mit der jüngsten Bewohnerin von Rehema

"Letztes Jahr war meine beste Freundin als Volontärin im Kinderheim Rehema. Sie erzählte mit so viel Freude und Begeisterung von dieser Zeit, dass ich es mir nicht entgehen lassen wollte, bei unserer geplanten Afrikareise Rehema ebenfalls zu besuchen. Sie hatte recht! Ich wurde allzu herzlichst begrüsst und fühlte mich sofort zu Hause. Nun konnte ich spüren, wovon meine Freundin die ganze Zeit gesprochen hatte. Ich erfuhr so viel Lebensfreude und Liebe in Rehema.

Schon seit einigen Jahren arbeite ich als Sozialpädagogin in einem Kinderheim in der Schweiz. Daher war für mich der Besuch in Rehema auch aus beruflichen Aspekten sehr spannend. Es war für mich zu Beginn kaum vorstellbar, wie nur zwei Erwachsene zwanzig Kinder betreuen sollten – wo doch in der Schweiz durchschnittlich eine erwachsene Person für drei Kinder zuständig ist. Dabei hatten die Kinder ähnliche Schicksalsschläge erlitten und waren wohl ähnlich traumatisiert.

Bitte lächeln!

Dennoch ist alles so komplett verschieden. Beispielsweise haben die Kinder während meines Besuches in Rehema kein einziges Mal gestritten. Jedes geht seinen Pflichten nach – und zwar ohne sich zu beklagen, was ich in meinem beruflichen Alltag nicht behaupten kann. Die Kinder achten aufeinander, lachen zusammen, spielen gemeinsam, freuen sich füreinander, helfen sich bei den Arbeiten und unterstützen sich gegenseitig. Sie sind sehr selbstständig und pflichtbewusst.

Die Mädchen freuen sich ausgelassen über den Besuch aus der Schweiz

Die Kinder helfen viel im Garten mit, was sie zwar nicht besonders gerne machen, aber trotzdem wird es ohne Gejammer getan. So schickte sie Dad aufs Feld um Kartoffeln anzupflanzen – ohne eine Betreuungsperson. Ich stellte mir die Situation an meiner Arbeitsstelle vor. Würden die Kinder sich überhaupt dazu motivieren lassen ein Feld zu bepflanzen? Würde es nach kurzer Zeit zu Streit kommen, wenn man sie mit dem Werkzeug alleine lassen würde? Mit grosser Sicherheit würde keine einzige Kartoffel am richtigen Ort eingepflanzt werden. Nicht aber in Rehema! Als wir die Kinder auf dem Feld besuchten, stellten wir erfreut fest, dass sie sich selbst organisierten. Einige waren daran die Erde aufzulockern, andere machten ein Grübchen, wieder andere verteilten das Saatgut und zu guter Letzt wurde der Graben geschlossen. Abschliessend wurde das Feld gegossen. Dabei wechselten sie sich regelmässig ab – und es blieb sgoar Zeit, dass ein paar Kinder nebanan stehen, sich unterhalten und gemeinsam lachen konnten.

Es war eine kurze, aber intensive Zeit im Kinderheim, die mich zutiefst berührte und beeindruckte. In meinem Alltag denke ich oft an diese Zeit zurück und erinnere mich, wie herzlich der Umgang untereinander war. Die Welt sollte etwas mehr Rehema sein!"