Rebecca Mwende

REBECCA ERINNERT SICH

Gedanken führen mich zurück in meine Kindheit. Ja, in meine nicht allzu interessante Kindheit. Ich erinnere mich daran, in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die so perfekt darin war, Sympathie für meine Bedingungen zu empfinden ohne dabei den Schritt zur Empathie zu schaffen.

„Ich erinnere mich an all die erbarmungsvollen Worte, die ich fast von allen erhielt, aber ich wunderte mich, warum da keine erbarmungsvollen Taten den Weg zu mir fanden. Ich erinnere mich an die vielen Tage, an denen ich barfuss und mit leerem Magen zur Schule lief. Ich fragte mich, warum mich alle so mitleidig anstarrten und dabei keine Sekunde daran dachten, mir etwas zu Essen oder ein Paar Schuhe zu geben. Ich erinnere mich an diese lustige Aufgabe, bei der ich meiner Freundin in den Schulpausen nachrennen musste. Konnte ich sie einfangen, errang ich das Privileg, ihre schwarzen Gummischuhe bis zur nächsten Pause zu tragen. Ich erinnere mich, unter der Obhut einer alten Grossmutter aufzuwachsen. So zielstrebig sie auch war, sie konnte unmöglich für alle Bedürfnisse ihrer drei Enkeltöchter aufkommen. Ich erinnere mich an all die Tage, an denen sie auf die Strasse ging, um nach Nahrung zu suchen, nur um enttäuscht und mit leeren Händen wieder zurückzukehren. So gingen wir vier jeweils mit Tränenwasser in den Augen zu Bett, wenn man denn die paar Säcke am Boden so bezeichnen kann. Dies alles liess mich immer wieder fragen, wo alle anderen waren und warum niemand unsere Hilflosigkeit sah.

Doch eines Tages änderte jemand meine Geschichte. Jemand, mit dem ich kein gemeinsames Blut teile, jemand, der sogar einem anderen Stamm angehört. Jemand griff ein und entschied sich, Erbarmen mit Aktionen anstelle von sympathisierenden Worten neu zu definieren. Endlich kamen wir drei Waisen an einen Ort, den wir Zuhause nennen konnten.

Dieser Jemand war David Thagana, der Gründer von GOA. Irgendwo zwischen der Sympathie und dem leeren Erbarmen der Gesellschaft und der Empathie und dem fruchtbaren Erbarmen Davids habe ich meinen Bestimmungsort gefunden. Ich möchte mit meinem Leben einen Beitrag zur Menschlichkeit leisten und anders als die Gesellschaft, in der ich aufwuchs, etwas gegen die Probleme unternehmen, welche meinen Mitmenschen schaden.“

- Rebecca Mwende

Rebecca Mwende hat nach dem erfolgreichen Abschluss der Highschool das Studium der Sozialen Arbeit und Gesellschaftsentwicklung angetreten. Derzeit startet sie bereits ihr letztes Studienjahr. Während den Semesterferien und bei Praktika setzt sie sich regelmässig in den Waisenhäusern von GOA ein, um so ihre Sympathie für benachteiligte Kindern mit Aktionen zu zeigen. Zudem engagiert sie sich bei anderen Organisationen, welche sich etwa um Strassenkinder kümmern.

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Mwende

Mit einer Patenschaft bei GOA kannst auch du dein Erbarmen mit fruchtbaren Aktionen füllen und so der Lebensgeschichte eines Menschen eine neue Richtung geben.