Eine Siedlung mit runden Strohhütten ist zu sehen. Diese sind auf Sand gebaut, am Horizont ragen ei paar Palmen in den Himmel. Auf dem Bildvordergrund ist stehendes Wasser zu sehen, dass bis zu den ersten Hütten reicht.

REGEN - SEGEN UND FLUCH

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Liebe Freunde, als im vergangenen Oktober die ersten prallen Regentropfen auf den staubtrockenen Boden fielen, blicken in Kenia und in den angrenzenden ostafrikanischen Ländern wohl viele Menschen erleichtert zum Himmel. Die Dürre hatte ein Ende, und somit die Nahrungsmittelknappheit. Mit dem Regen würden wieder bessere Zeiten anbrechen.
Das Bild zeigt den Blick in einen Waisenhausgarten. Zu sehen sind eine Vielzahl von Pflanzen in den unterschiedlichsten Formen und Grüntönen, wie Zwiebeln, Kohlgemüse oder Krautstiel

Und tatsächlich: Die Regenfälle verwandelten ausgetrocknete Steppen in Windeseile in ein grünes und fruchtbares Paradies. Ein Grossteil der Bevölkerung Kenias lebt von der Landwirtschaft, und so sind die Menschen dort ganz besonders von den Niederschlägen abhängig. Dies gilt auch für viele Selbstversorgungsprojekte in unseren Waisenhäusern. Nachdem die letzte Regenzeit ausblieb, gaben die Felder nicht die gewünschten Erträge: Die Saat verdorrte unter der sengenden Sonne; Nutztiere mussten aufgrund der Futterknappheit verkauft und Nahrungsmittel zu teuren Preisen auf dem Markt bezogen werden. So erreichten mich in den vergangenen beiden Monaten freudige Berichte aus den Waisenhäusern. Auch in den trockenen Gegenden hat es reichlich geregnet, so dass die Felder nun wieder in frischen Grüntönen erstrahlen und die Pflanzen voller Früchte hängen. Ebenso ist für Kühe und Ziegen nun reichlich Futter vorhanden, was sich auch in der Milchproduktion zeigt.

Doch was sich als Segen angekündigt hatte, ist in vielen Gegenden Kenias und Ostafrikas zum Fluch geworden. Die als kurze Regenzeit bekannte Periode hat weitaus stärkere Niederschläge mit sich gebracht als üblich. Der trockene Boden war bei weitem nicht in der Lage, die ganzen Wassermassen aufzunehmen. Überschwemmungen und Erdrutsche waren die Folgen. Hunderttausende Menschen in ganz Ostafrika sind davon betroffen. Alleine in Kenia mussten Tausende von Personen ihre Behausungen verlassen und über hundert Menschen fielen den Fluten zum Opfer.

Besonders stark betroffen ist die Halbwüste Turkana im Nordwesten des Landes. Diese Gegend ist erfahrungsgemäss besonders stark von Dürreperioden betroffen, denn die meisten Menschen leben dort von der Viehzucht. Nach dem harten Kampf gegen die Dürre brachte der Regen nun nicht die erhoffte Erlösung, sondern schwemmte noch die letzte Lebensgrundlage der Menschen weg. GOA hat dank Kirchen und Schulen einen engen Bezug zu dieser Region. Und so beteiligte sich GOA aktiv am Wiederaufbau von Häusern, half mit, betroffene Menschen umzusiedeln, verteilte Nahrungsmittel oder spendete Ziegen, damit Betroffene wieder Zukunft und Hoffnung haben.

Eine Behausung mit Wellblechdach steht in der Bildmitte. Das Haus ist aus Holzpfählen und Erde zusammengebaut. Rund um das Haus steht das Wasser, der Himmel ist bewölkt.
Drei Männer stehen uns mit dem Rücken zugewandt . Ihre Blicke sind auf den Boden gerichtet. Dort liegen auf schlammigen Boden etwa zwei duzend verendete Ziegen. Rund um die Ziegen ist ein Zaun aus Ästen erkennbar.
Eine Guppe von Menschen mit bunten Kleidern stehen zusammen. In der Bildmitte sind Ziegen zu sehen, dahinter liegen einige Säcke mit Nahrung.
Eine Siedlung mit runden Strohhütten ist zu sehen. Diese sind auf Sand gebaut, am Horizont ragen ei paar Palmen in den Himmel. Auf dem Bildvordergrund ist stehendes Wasser zu sehen, dass bis zu den ersten Hütten reicht.
Zu sehen ist ein Ausschnitt einer Papaya-Pflanze. In der Bildmitte sind einige grosse, jedoch noch grüne Früchte zu sehen. Rund herum sind Blätter , Stiele und auch ein paar Blüten zu sehen.
Das Bild ist geprägt von einem Feld mit Kohlgemüse. Die Pflanzen sind saftig grün. Im Hintergrund ist eine Baumreihe zu sehen.

Noch ist die Lage in Kenia und den angrenzenden Ländern prekär. Vielen Menschen fehlt es noch immer am Nötigsten und die Gefahr von neuen Überschwemmungen ist noch nicht gebannt. So bitte ich euch, die Menschen in Ostafrika und die aktuelle Lage in eure Gebete miteinzuschliessen.

Mit herzlichen Grüssen,
Matthias