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SARAHS WEIHNACHTSWUNSCH

"Mein Name ist Sarah und ich bin ein Boranamädchen, das heisst ein Mädchen aus dem Gebiet Marsabit in Nordkenia. Ich bin neun Jahre alt. Hier auf dem Bild seht ihr mich und das Haus, in welchem ich bis im letzten Jahr mit meiner Mutter gewohnt habe. Es lag mitten in der Halbwüste, war sehr abgelegen und wir hatten nur wenig zu Essen dort. Doch wir hatten einander. Ich hatte meine Mutter, und meine Mutter hatte mich. Als im letzten Jahr meine Mutter krank wurde und starb, wusste ich nicht, wohin ich nun gehen sollte. Irgendeine zuständige Stelle im nächsten Dorf brachte mich schliesslich nach Nairobi, da ich dort zur Adoption freigegeben werden sollte. Doch dort man sagte mir, man hätte ein jüngeres Mädchen erwartet und ich sei mit meinen neun Jahren schon zu alt. Ich hatte keine Ahnung, was ich nun tun sollte. So blieb ich in diesem Adoptionsbüro sitzen. Ich starrte die Weihnachtsdekorationen im Raum an. Weihnachten, dachte ich. Wenn ich mir etwas wünschen könnte zu Weihnachten, dann ein Zuhause. Ja, das wäre ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Kurze Zeit später kam eine Frau in den Raum, in welchem ich wartete. "Phylis", sagte sie, und gab mir die Hand. Das musste wohl ihr Name sein. "Sarah", sagte ich. Mehr konnte ich nicht sagen, da ich nur meine Muttersprache Borana sprach. Phylis versuchte, mich verschiedene Dinge zu fragen, doch ich verstand nichts. Sie wandte sich an die für mich zuständige Person am Schalter und ein Gespräch begann. Ich hörte, wie sie etwas diskutierten, doch da ich kein Suaheli und kein Englisch sprach, wusste ich nicht, worum es ging. Ich schaute nur immer wieder in dieses freundliche Gesicht von Phylis, in ihre Augen, die mich voller Liebe anschauten. Und dann nahm sie mich bei der Hand, schaute mich fragend an und deutete zur Tür. Ich nickte. Und wir gingen. Von jenem Tag an durfte ich jeden Tag in dieses freundliche Gesicht schauen. Denn nun wohnte ich bei Phylis. Ich lernte erst später, dass GOA über meinen Fall informiert worden war und ich in ein Waisenhaus hätte aufgenommen werden können. Doch da ich kein Wort verstand und ja eigentlich damit gerechnet hatte, in eine Familie adoptiert zu werden, beschloss die GOA-Mitarbeiterin Phylis kurzerhand, mich bei sich zu Hause aufzunehmen. Ich wohnte nun in ihrem Haus, ass mit ihren beiden Jungs Alpha und Alvis und... ich ging in die Schule! Ich hatte noch nie in meinem Leben eine Schule besucht. So musste ich mit meinen neun Jahren zuerst einmal für einige Wochen den Kindergarten besuchen. Doch das machte nichts. Das Einzige, was für mich zählte, war: Ich hatte ein Zuhause gefunden. Es war für mich Weihnachten geworden." Wir freuen uns für Sarah, dass sie nun bei Phylis ein Zuhause gefunden hat. Immer wieder bewundere ich den unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter in Kenia... An solchen Geschichten erkenne ich immer wieder, dass GOA für sie keine Arbeit, sondern eine Lebensaufgabe ist. Leider gibt es nicht genug Familien in Kenia, welche bereit sind, Waisenkinder bei sich aufzunehmen. Deshalb ist das Angebot unserer Waisenhäuser so wichtig. Jedes Jahr gibt es wieder freie Plätze in unseren Waisenhäusern, wenn die Sekundarschulabgänger die Waisenhäuser verlassen, um einer Berufausbildung nachzugehen. Es bestehen für alle Waisenhäuser bereits Wartelisten, weshalb es nicht schwierig ist, die Plätze zu füllen. Doch die Aufnahme neuer Kinder ist auch immer mit Kosten verbunden. Deshalb möchten wir dieses Jahr eine Weihnachtsaktion lancieren, welche es ermöglicht, Anfang 2018 neue Kinder in die Waisenhäuser aufzunehmen. Wenn dir diese Kinder am Herzen liegen und du noch ein Weihnachtsgeschenk für jemanden suchst, ist diese Aktion vielleicht genau das Richtige für dich! Weitere Informationen über die Weihnachtsaktion findest du hier! Herzliche Grüsse, eure Rebekka
Sara
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