Noch immer unterwegs… Geschrieben Januar 21, 2014 von Rebekka Siegwart

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Hallo ihr lieben

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Jugendseminar in Uganda

Gerade befinde ich mich in Rwanda. Nach meiner beschriebenen Reise von Kenia nach Uganda und einem zweitaegigen Seminar in der Hauptstadt Kampala ging es weiter nach Burundi, weitere 15 Stunden mit den Bus. Die Fahrt war leider nicht mehr so angenehm wie die letzte, und einige Zwischenfaelle brachten mich fast zum verzweifeln.

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Gemeindebesuche mit Felicien

Der Aufbruch in Kampala war schon hektisch, buchte der Beauftragte das Busticke doch zu spaet und ich erwischte den Bus noch in letzter Sekunde. Ich hatte keine Zeit mehr, Guthaben fuer mein Handy zu kaufen und so hoffte ich einfach, dass ich dann in Burundi auch rechtzeitig

abgeholt werden wuerde. Da ich so spaet in den Bus stieg, war kein Platz mehr frei und ich verbrachte die ersten paar Stunden stehend. Die Fenster des Buses liessen sich nicht schliessen und so drangen die kalte Nachtluft und der Fahrtwind ueberall hinein; und ich hatte vergessen, einen Pullover mitzunehmen. An der Grenze zu Rwanda wartete die naechste Katastrophe: Nach langem Schlangenstehen im Dunkeln am Zoll wurde mir mitgeteilt, dass ich das Visum im Voraus haette beantragen sollen, und so wurde ich von einem Zollhaeuschen zum anderen verwiesen, bis ich fast verzweifelte, aber dann doch schlussendlich den Stempel in meinem Pass hatte. Zum Glueck wurde der Busfahrer auf mich aufmerksam, gab mir den Sitz neben ihm, eine Wolldecke und sogar eine Tasse Tee. Das war eine Ermutigung! DSC_6535

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Jugendtreff in einem Hinterhof

Am Zoll zu Burundi spielte sich ein weiteres Szenario ab. Es war bereits etwas heller, und hier sagte man mir, dass es sehr wohl moeglich sei, das Visum an der Grenze zu beantragen. Alle Visas in Burundi seien aber nur fuer drei Tage gueltig. Das war schlecht mit meinem viertaegigen Aufenthalt zu vereinbaren, und so bittete und bettelte ich, sehr wohl wissend, dass dies nur eine der vielen korrupten Strategien der Zollbeamten ist, um mehr Geld zu einzunehmen. Es brauchte viel Ueberzeugungskraft und viel Swahili, aber schlussendlich bekam ich auch diesen Stempel. In Bujumbura, der Hauptstadt Burundis angekommen, wartete die naechste Ueberraschung: Da ich einige Buecher und Hefte in einem Karton transportierte, welche fuer das Seminar in Rwanda auf dem Rueckweg verwendet werden sollten, wurde ich gebeten, im Bus zu bleiben, als die meisten anderen ausstiegen. Alle, die wie ich ein Gepaecksstueck im Lagerraum des Buses deponiert hatten, wurde ueber zwei Stunden im Bus behalten, bevor der Bus mit den uebriggebliebenen Passagieren und dem Gepaeck in den sogenannten Port de Bujumbura fuhr, wo die Gueter aus dem Lagerraum und meine Buecher dann durchsucht wurden. Wieder wurde ich von Buero zu Buero verwiesen, dort eine Unterschrift, da ein Stempel, dort eine Frage, da den Pass zeigen…. Obwohl der Bus um 9 Uhr morgens in Bujumbura war, verliess ich den Port mit meinen Buechern um zwei Uhr nachmittags. Da mein Handy in Burundi nicht funktionierte, musste ich mir erst eine SIMkarte kaufen, jedoch nur um festzustellen, dass die Nummer von Felicien, dem GOA-Leiter in Burundi, der mich haette abholen sollen, nicht stimmte. So sass ich am Strassenrand mit Gepaeck und den Buechern und wusste nicht weiter. Ich lud Guthaben auf und versuchte einige Leute in Kenia anzurufen, die allenfalls die korrekte Nummer von Felicien haben koennten. Um vier Uhr gelang es mir dann, Felicien zu erreichen und er kam um mich abzuholen. Todmuede aber dankbar fuer die Bewahrung erreichte ich so mein Ziel. Wie anstrengend Reisen in Afrika doch sein kann! =) Danach jedoch verbrachte ich einige tolle aber sehr beschaeftigte Tage in Burundi.

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DSC_6592 DSC_6643 DSC_6637 DSC_6628 DSC_6649DSC_6664   Ich war im Haus von Felicien, dem Leiter der GOA Great Lakes Region (d.h. Uganda, Burundi und Kongo) und seiner Familie und von dort aus gab es jeden Tag Einsaetze zu bewaeltigen. Ich lernte einige GOA- Gemeinden sowie den kuerzlich eroeffneten GOA-Kindergarten in der Hauptstadt Bujumbura kennen und hatte sogar die Moeglichkeit, Lake Tanganyika zu besuchen.

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Lake Tanganyika – ein See der vier Laender verbindet.

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Begegnung mit einem Krokodil am See

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Meine burundischen Gasteltern…

Hier in Rwanda werden wir nun nochmals ein zweitaegiges Jugendseminar haben und ab Freitag werde ich dann wieder in Kenia sein. Danke dass ihr an meine vielen Reisen denkt, und ich freue mich, euch bald wieder in der Schweiz zu sehen.

Herzlich aus Rwanda,

Rebekka

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