VERSCHÄRFTE POLITISCHE SITUATION IN KENIA Geschrieben September 6, 2012 von Rebekka Siegwart

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Mein letzter Besuch in Garsen im Jahr 2011

Wie in meinem letzten Rundmail erwähnt, hat sich die sicherheitspolitische Situation in Kenia in den letzten Monaten immer mehr zugespitzt. Ich hätte die letzte Woche meines Kenia-Einsatzes in unserem GOA-Projekt in Garsen an der Küste Kenias verbringen sollen. Aufgrund einiger organisatorischer Probleme wurde der Einsatz jedoch kurzfristig abgesagt, was sich als grosser Segen entpuppte:  Am Tag, an dem wir an die Küste reisen sollten, brach im Küstengebiet ein grausamer Stammeskrieg aus. Die Nomaden beschweren sich schon lange, dass ihnen die Landwirte alles Land wegnehmen, und die Landwirte wettern, dass die Ziegen und Kühe der Nomaden ihre Felder abgrasen. Aus diesem Konflikt heraus griffen sich die Stämme der Pokomo und der Orma Anfang dieser Woche mit allerhand Waffen an. Über 100 Menschen kamen innerhalb weniger Tage ums Leben. Dörfer wurden in Brand gesetzt, Frauen und Kinder mussten flüchten. Immer wieder folgten Vergeltungsschläge von beiden Seiten. Bis jetzt hat sich die Situation nicht entschärft.

Die Stämme an der Küste sind zum Kampf bereit…

In derselben Woche griffen in Mombasa Muslime verschiedene christliche Kirchen an und töteten zahlreich Christen—dies als eine Reaktion auf die Festnahme eines El Shabbab-Mitglieds. In derselben Stadt wurde kürzlich 15 kg hochexplosiver Sprengstoff entdeckt, welcher die ganze Stadt hätte in Asche legen können. Niemand weiss mehr ganz genau, welche Ereignisse politischer, religiöser oder stammesbedingter Art sind, was das Chaos noch undurchsichtiger macht.

Die Wahlen des neuen Präsidenten und der Parlamentsmitglieder, die im Dezember diesen Jahres hätten stattfinden sollen, wurden auf März 2013 verschoben. Die Kampagnen laufen auf Hochtouren und die Angst in der Bevölkerung ist gross, dass sich das letzte Wahlszenario von 2007 wiederholt, bei welchem ein schlimmer Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Stämmen ausbrach. Bitte betet mit uns für dieses Land, welches dringend Frieden und eine gute, nicht korrupte Regierung braucht. Viele unserer GOA-Institutionen, Gemeinden und Projekte sind direkt oder indirekt von diesen Ereignissen betroffen. Zudem hat sich GOA Kenia zum Ziel gesetzt, Nothilfe in die betroffenen Gebiete zu bringen. Dies bedeutet, Flüchtlingscamps mit Nahrungsmitteln, Kleidung, medizinischer Versorgung und dem Wort Gottes auszurüsten. Eure Spenden (Vermerk: Krisenhilfe) können helfen, für viele Menschen in hoffnungslosen Situationen ein Lichtblick zu sein und ihr Überleben zu sichern. Herzlichen Dank!

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